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FREIBERUFLICHE TÄTOWIERERIN & GRAFIKDESIGNERIN

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Anna, 35, Berlin. Multidisziplinäre Künstlerin.

Year:

2026

ANNA

Diese Bilder sind im Rahmen der Ausstellung Fluid Femininity entstanden. Ich habe diversen Schmuck benutzt — weil er für mich Opulenz verkörpert. Ich wollte meinen Körper verehren, mich selbst wie eine Göttin fühlen — Weiblichkeit als etwas Heiliges. Eine Widmung an mich selbst.

Das Ergebnis hat mich dazu inspiriert, Body Relics weiterzudenken — und dabei zu fragen, was passiert, wenn andere Menschen ihre eigenen Objekte mitbringen. Objekte mit echter Geschichte. Ich wollte wissen, was persönliche Bedeutung mit diesen Bildern macht.

Es gibt Tage, da fühle ich mich sehr frei in meinem Körper. Und dann gibt es wieder Tage, wo das nicht so ist. Ich zeige mich gerne nackt, weil ich einfach kein Problem mit Nacktheit habe. Und ich spiele gerne mit meiner Weiblichkeit — das gehört für mich zusammen.

Aber ich bin auch eine Frau, die weiß, was es bedeutet, wenn der eigene Körper plötzlich nicht mehr einem selbst gehört. Als Kind hat mich ein fremder Mann im Schwimmbad begrapscht. In meiner Jugend wurde ich in Clubs in Süddeutschland beim Vorbeigehen einfach angefasst, als wäre das völlig normal. Und einmal hat jemand mir KO-Tropfen ins Getränk gemischt und versucht, mich zu vergewaltigen. Das sind nur die Extrembeispiele aus meinem Leben — es gibt sicher etliche mehr, wenn ich weiter in meine Geschichte gehen würde. Wer gibt dir das Recht, so was mit mir zu machen?

Ich hab das aber immer gewusst — damals schon und heute als erwachsene Frau erst recht — dass das nichts mit mir zu tun hat. Ich seh's einfach nicht ein, mich einzuschränken, nur weil jemand sich selbst nicht im Griff hat. Deshalb zeige ich mich. Deshalb hab ich kein Problem mit Nacktheit. Das ist meins — und ich lass mir das nicht nehmen.

Frei zu sein im eigenen Körper sollte selbstverständlich sein. Ist es aber nicht — weil wir in einem System aufgewachsen sind, das Körper unterschiedlich bewertet. Das ist nichts, womit wir geboren werden. Das ist anerzogen. Und am Ende leiden alle darunter — auch die, die es abstreiten. Ich wünsche mir, dass wir das erkennen. Dass wir aufhören, Körper unterschiedlich zu bewerten. Dass wir uns alle irgendwann wirklich frei fühlen dürfen — in dem, was wir sind, und in dem, was wir zeigen.

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Anna Wilhelm | The Bananaverse | Tattoos | Grafikdesign

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